Im Raum Libourne ist der direkte Nachbar von Saint-Emilion das Anbaugebiet Pomerol, von dem einige Weingüter den gleichen kiesigen Boden wie Saint-Emilion besitzen.

 

Über die Barbanne hinaus haben eine Reihe von Gemeinden das Recht, ihrem eigenen Namen die Bezeichnung Saint-Emilion hinzuzufügen. Es handelt sich um die Satellitenbezeichnungen von Saint-Emilion: Montagne-Saint-Emilion, Lussac-Saint-Emilion, Puisseguin-Saint-Emilion, Saint-Georges-Saint-Emilion.

Das Anbaugebiet Saint-Emilion bietet vielfältige Landschaften. Der aus dem Süden kommende Besucher sieht schon von Weitem her die Stadt Saint-Emilion am Rande einer Hochebene. Kommt er von Westen, entdeckt er kurz hinter Libourne einen Ozean von Weinstöcken, aus dem Herrenhäuser und Haine wie Inseln herausragen. Überall entlang der kurvigen Straßen verschaffen ihm Hügel, Terrassen und Felsvorsprünge wunderbare Aussichtspunkte über das silberne Band der Dordogne, über mit Weinstöcken ausgelegte Tälchen, den Kirchturm von Saint-Emilion und das Gewirr der engen Gassen. So erlebt man die wichtigsten Merkmale des Weinbaugebiets von Saint-Emilion als lachende Landschaft: ein weites Hochplateau, eine Folge von Hügeln unterschiedlicher Ausrichtung, die nach Süden und Osten hin in breite Täler abfallen.

 

 

 

Die Lage, ein grundlegender Begriff im Weinbaugebiet Bordeaux, ist die Verbindung von Klima und Boden, welche der Traube und damit dem Wein einen einzigartigen, außergewöhnlichen und deshalb wiedererkennbaren Charakter verleiht.



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KLIMA

Die Region von Saint-Emilion liegt entlang des 45. Breitengrads, also gleich weit vom Nordpol und vom Äquator entfernt. Sie befindet sich noch im Einzugsbereich des gemäßigten ozeanischen Klimas von Bordeaux, jedoch mit fast mediterranen Zügen, wie die hohen Steineichen entlang des Hochplateaus bezeugen. Dieses Klima zeichnet sich durch geringe Unterschiede zwischen den Temperaturen im Sommer und im Winter aus; das jährliche Mittel liegt bei 12,8°C. Die Niederschläge fallen über das ganze Jahr verteilt und ergeben pro Jahr im Durchschnitt 795 mm Wasser. Von April bis Oktober ist die globale Klimabilanz besonders günstig für die Rebe mit oft heißen Sommern und einer milden Nachsaison. Im Raum Bordeaux hat Saint-Emilion das kontinentalste Klima (also das wärmste) und durch die Flüsse Dordogne und Isle ist das Frostrisiko geringer als anderswo. Sonnige Spätsommer sorgen für gute Traubenreife.

Dieses Mikroklima unterliegt jedoch den allgemeinen Bedingungen von Klimaschwankungen. Von einem Jahr zum anderen kann der Unterschied von Temperatur und Niederschlag sehr hoch sein. Durch diese Schwankungen bedingt kommt dem Jahrgang eine hohe Bedeutung zu. Im Wein offenbaren sich die Klimabedingungen des Jahrs.

UNTERSCHIEDLICHE, IMMER WEINBAUWÜRDIGE BÖDEN

Insgesamt gesehen sind vier Bodenarten typisch für Saint-Emilion:

Das Zentrum des Anbaugebiets wird von einem Sockel aus Asterienkalk gebildet, der aus dem Tertiär stammt und an manchen Stellen eingebrochen ist. Er liegt ost-westlich ausgerichtet zwischen Saint-Etienne-de-Lisse und Saint-Emilion. Dieses Felsgestein in unterschiedlicher Tiefe wird im Allgemeinen nicht von den Rebwurzeln durchwandert.

Auf diesem Sockel wiegen zwei Bordenarten vor:

- im Westen der Stadt Saint-Emilion ist der Boden kalkig, leicht und nicht tief (meistens sand- und lösshaltig)

- im Osten von Saint-Emilion findet man hauptsächlich ton- und kalkhaltige Böden von geringer Stärke

- in der Mitte des Plateaus und in einem Teil der Gemeinden Saint-Christophe-des-Bardes, Saint-Hippolyte und Saint-Etienne-de-Lisse ist die ton- und lösshaltige Schicht über 2,50 m dick.

 


Brauner kalkhaltiger Boden (sand- und lösshaltig) auf Asterienkalk

Um dieses Plateau herum tritt an den Hängen die Fronsac-Molasse (Oligozän) zu Tage. Die Hänge sind im Süden und Westen steiler als im Norden. Auf der Molasse ruhen meist kalkhaltige Böden, die oft mit Ton und Löss durchsetzt sind. Im nördlichen Teil von Saint-Christophe-des-Bardes ist das Bodenrelief stärker, auf der verwitterten Molasse haben sich ton- und lösshaltige (nicht kalkige) Schichten abgesetzt.


Brauner Sandboden auf einer Tonschicht

Im Nordwesten wiegen sandige Böden (Anschwemmungen aus dem Quartär) vor, die teilweise mit Ton durchsetzt sind. An machen Stellen ist der Tongehalt des Unterbodens besonders hoch.

Nach Pomerol zu (Terrasse von Figeac) trifft man kiesige Anhöhen


Kies- und sandhaltiger Boden

Im Süden (Dordognetal) verteilen sich aus Kies, Sand und Löss bestehende Anschwemmungen aus dem Quartär auf unterschiedliche Weise:

- am Fuße des Hangs in Saint-Emilion und Saint-Laurent-des-Combes besteht der Boden aus einer dicken Sandschicht;

- in Saint-Etienne-de-Lisse und Saint-Hippolyte ist die Beschaffenheit des Bodens am Fuß des Hangs feiner (tonhaltig oder löss- und tonhaltig);

- in der Mitte des Talbodens ist der sandige Boden nur wenig tief;

- entlang des Dordogne-Ufers (von Libourne über Saint-Sulpice-de-Faleyrans bis Vignonet) liegt ein Gürtel mit kies- und sandhaltigen Böden.



Ton- und kalkhaltiger Boden

Zusammenfassend ist zu sagen, dass sich die Bodenbeschaffenheit auf die Weine von Saint-Emilion auswirkt. Deshalb ist es so interessant, immer wieder neue Spielarten eines Saint-Emilion zu entdecken.